Holzwege

Wenn Brände, Krankheiten, Insekten oder Pilzbefall das Wachstum der Bäume hemmen und Zerstörung anrichten, regeneriert sich das Holz selbst. Junges Holz, sogenanntes Wundholz, schiebt sich über die Male der Vernichtung, die Brandspuren, die schmalen Jahresringe der Dürre und Zerstörung

Erkrankt bei den Dajak auf Borneo ein Mitglied des Stammes, trennt der Medizinmann kleine Teile von einer mit magischen Kräften aufgeladenen Holzfiguren, und bereitet damit eine Arznei für den Betroffenen. In zahlreichen Kirchen des Abendlandes werden Splitter vom Kreuze Christi aufbewahrt. Beethovens Violinkonzert in D braucht eine Geige, deren Körper aus Fichtenholz geformt ist. Die jungen Männer aus Bambara in Mali tragen vor dem Bestellen der Felder als Kopfschmuck eine Antilope aus Holz geschnitzt, kommen Sie in den Herbst zur Ernte, stehen die Felder in voller Blüte.

Das Holz heilt den Menschen.

Der Mensch tut dem Holz Gewalt an

Im 15. Jahrhundert rotten die Armbrustmacher die Eibe aus, deren zähes Holz sie für ihre Bögen brauchen. Das barocke Jagdvergnügen des 30-jährtigen Krieges unterpflügt die Wälder.
Immer größer werdende Viehbestände fordern immer mehr Opfer dem Walde ab. Die Papiermühlen und Zellstofffabriken klappern ohne Unterlass.

Die Feinde des Holzes formieren sich, scheinen unüberwindbar an Zahl und Gewalt – Brandrodung, Kahlschlag, Borkenkäferbefall, Hohlleistungskettensägen bestückt mit umweltfreundlichem Katalysator, Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx), Ammoniak (NH3) – der Mensch tötet das Holz und sehnt sich nach eisernen Lungen

Zerstörung und Heilung:

Holzwege und

Wege zum Holz